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Letztes Update: 08.08.03

Strategic Command - European Theater

von

BattleFront.com.

  1. Verkleinerte Darstellung! Original screenshot (c) by BattleFront.com.Vorweg

    'Strategic Command' ist ein - im guten Sinne - sehr altmodisches Spiel.
    Wer also mindestens 5-dimensionale Power-Zoom-Virtual-Realility-256-Bit-Grafik zum Spielspaß braucht, kann damit sicher nichts anfangen.

    Das Spiel ist jetzt auch in deutscher Sprache erhältlich (s. 14)!

  2. Systemvoraussetzungen

    Minimum:
    * Windows 95 / 98 / ME / XP / 2000
    * Pentium 166 MHz Prozessor
    * 32 MB RAM
    * SVGA Grafikkarte (1024x768 High color 16-Bit Auflösung)
    * Windows-kompat. Soundkarte
    * 50 MB Plattenplatz
    * CD-ROM-Laufwerk

    Empfohlen:
    * Pentium 400MHz Prozessor
    * 64 MB RAM

  3. Worum geht es?

    Wie der Name sagt, ist 'Strategic Command' ein reines Strategiespiel mit exakten historischen und wirtschaftlichen Hintergründen des 2. Weltkriegs. Am ehesten vergleichbar ist es vielleicht mit dem guten alten 'Empire', an welches man sich als Dino doch gern erinnert.

    Es können 6 europäischen Kampagnen vom 'Fall Weiß' (Angriff auf Polen) bis zum 'D-Day' gespielt werden. Innerhalb einer Kampagne kann man allerdings schon eigene Wege gehen, z.B. nach der zügigen Besetzung Frankreichs 'mal eben' Schweden mit seinen wertvollen Erzminen unter Kontrolle bringen.

    Allerdings wird durch die Kampagnenwahl nur der Anfangszeitpunkt mit seinen politischen und wirtschaftlichen Fakten bestimmt. Beendet ist eine Kampagne erst, wenn eine Seite gesiegt hat bzw. spätestens 1946.
    Pauchal lässt sich sagen: Bei Kampagnen mit Start bis 1940 ist die die Achse im Vorteil, bei späteren die Allies. Wiederum sehr realistisch!

    Alle Kampagnen können jeweils mit beiden Seiten gespielt werden.

    Last but not least: Für anhaltenden Spielspaß gibt es einen Kampagnen-Editor!

    In der Vollversion gibt es 3 Spielmöglichkeiten:
    - Game (gegen die KI)
    - Hotseat (2 menschl. Gegner am selben PC)
    - P B E M ! (Wie gesagt, altmodisch im positiven Sinne ;-)
    - TCP/IP - Onlinespiel (seit v1.06)

  4. Die Einheiten

    Entsprechend dem Strategiegedanken gibt es grundsätzlich nur Einheiten vom Korps an aufwärts. Diese werden durch gut erkennbare Symbole gekennzeichnet. Vorhanden oder zu kaufen sind:

    - Hauptquartiere
    - Panzergruppen
    - Armeen
    - Korps
    - Luftflotten
    - Strategische Bomberkommandos
    - Schlachtschiffverbände
    - Kreuzerverbände
    - Trägerverbände
    - U-Boot-Verbände
    - Raketenabteilungen.

    Eisenbahn- und Schiffstransporte können nur kostenpflichtig gemietet werden, stehen allerdings in unbegrenzter Zahl zur Verfügung.

  5. Bewegungs- und Kampf-Aktionen

    Einfach beschrieben: funktioniert genau so wie in PG 1. D.h., eine Einheit wird selektiert, kann sich in ihrem Aktionsradius bewegen oder gleich eine angrenzende Feindeinheit beschießen. Sie kann auch in Häfen auf Schiffstransporte verladen oder über Land per Eisenbahntransport verlegt werden; Lufttransporte gibt es nicht, da diese nur mit kleineren Einheiten möglich waren.

    ABER:

    • Alle Aktionen müssen hintereinander ausgeführt werden! Ist erst mal eine andere Einheit selektiert, geht nichts mehr! Ausnahme: beim Schiffstransport können Einheiten in einem Zug verladen werden, im Zielhafen wieder aussteigen, sich 1 Hex bewegen und schießen! Dazwischen darf auch eine andere Einheit selektiert werden.
    • Wenn aber eine Einheit geschossen hat, geht definitiv nichts mehr!

    Die Kämpfe an sich verlaufen ebenfalls wie in PG1. Abhängig vom Erfahrungswert, Einheitentyp, zahlenmäßiger Stärke und Eingrabung gibt's Kampfvorschau und -ergebnis anhand einer komplexen Formel. Der Zufall spielt kaum eine Rolle, auch wenn es zunächst so aussieht.
    Auch können Eingrabung und Moral per Mehrfachangriff vermindert werden. Interessant ist die Luftunterstützung, bei der die Luftflotten automatisch ihre Einheiten (Luft, Wasser, Land) gegen feindliche Luftangriffe schützen (vgl. Ari-Deckungsfeuer in PG).

    Außerdem gibt es wie in PG3D einige Geländetypen, welche Bewegung und Eingrabung behindern.

    Für die Hauptquartiere kann man Befehlshaber wie Montgomery, Rommel, Schukow usw. auswählen. Einheiten, die einem HQ zugeordnet sind, haben eine bessere Versorgung und Moral.

  6. Wirtschaftliche Aktionen

    Krieg kostet Geld. Die 'Prestigepunkte' heißen hier MPP (Military Production Points).

    Diese bekommt man einmalig nach dem Besetzen von Ländern (reichlich) und kontinuierlich pro Runde aufgrund der eigenen Wirtschaftsfaktoren (Städte, Häfen, Minen und Ölquellen). Allerdings können die MPPs vom Feind durch Bombardierung oder gar Rückeroberung der Ressourcen etwas reduziert werden.

    Wie gewonnen, so zerronnen! Alles kostet fürchterlich viele MPPs:

    - Neukauf von Einheiten
    - Das Auffüllen von Einheiten; zusätzlich gehen dabei die Erfahrungswerte rapide in den Keller!
    - Schiffs- und Eisenbahntransporte
    - Forschung!

    Per Forschung kann die Reichweite oder Kampfkraft der Einheiten verbessert oder die Kosten für neue Einheiten verringert werden. Aber 1 Forschungspunkt kostet 250 MPP! Und mehr als 10 Forschungspunkte gleichzeitig sind nicht möglich. Da sollte man schon sehr sorgfältig überlegen, wofür man sie einsetzt!

  7. Politische Aktionen

    Während einer Kampagne gibt es nur eine politische Aktion: man kann einem Land den Krieg erklären. Tut man das nicht, kann man es auch nicht angreifen (echt fair).

    Allerdings kann man vor und evtl. noch in der Kampagne per Optionsmenü wählen, ob sich Haupt- und Nebenmächte zufällig, neutral oder historisch korrekt verhalten. Leider betrifft die Random-Funktion aber nur den Zeitpunkt des Kriegseintritts. Dass sich diese Länder dem jeweiligen historischen Bündnis anschließen, ist festgelegt.

  8. Steuerung und Spielbarkeit

    Die Steuerung ist für PG'ler selbsterklärend. Einheitenbewegung oder Angriffe erfolgen per Linksklick, der Rest im Kontextmenü per Rechtsklick. Neben der Autoscroll-Hauptkarte gibt es noch eine kleine Übersichtskarte zum schnellen Ortswechsel.

    Etwas störend ist höchstens, dass man die Angriffs- und Verteidigungswerte nicht wie bei PG im Kontextmenü sieht. Dazu muss man wohl ins Kaufmenü. Auch lassen sich Nachrichten-Popups nicht wegklicken, sondern verschwinden erst nach einer halben Ewigkeit von selbst.

    Wenn dagegen die Eingaben zum Kampagnenstart (auch die Optionswahl) sehr zäh ablaufen, kann man dieses mit einer ganz einfachen Änderung in der INI-Datei beheben (s. Readme).

    Insgesamt lassen sich die Kampagnen auf einem 650-MHz / 256 MB-Rechner ausreichend flüssig spielen.

  9. Grafik

    Die 2-dimensionale Grafik ist altmodisch, erfüllt aber vollkommen ihren Zweck und ist allemal übersichtlicher als z.B. die 3D-Blickwinkel in PG 4! Was will man mehr?
  10. Sound

    Die Sounds dagegen sind teilweise hervorragend, vor allem die der Flugzeuge! Da fliegen die Me's und Spits dank Stereo-Effekt von einer Seite zur anderen und sind auch sofort anhand der Triebwerksgeräusche zu unterscheiden. Und U-Boote geben wie in Pazifik-Admiral ein schönes 'Ping' von sich.
  11. Ablauf der Demo-Kampagne

    Dies ist natürlich nur ein Beispiel: je nach Geschick und Absichten kann es auch ganz anders enden.

    • Fall Gelb: der Westfeldzug auf Seite der Achse
    • Optionen:
      - 'Kriegsnebel' (für die beliebten Hinterhalte)
      - 'Verbrannte Erde' (Wirtschaftskraft eroberter Länder sinkt zunächst)
      - Canceln möglich
      - Partisanen möglich
      - Kriegseintritt aller Nationen historisch korrekt außer UdSSR: zufällig.
    • Sichelschnitt: Angriff durch Benelux nach Frankreich hinein.
      Zuerst mal die hoffnungslos unterlegene Kriegsmarine in Sicherheit bringen.
      Komme dann gut voran, muss aber höllisch aufpassen, dass sich meine Einheiten nicht auf die Füße treten. Wie gesagt: keine Bewegung nach dem Schießen!
    • Holland und Belgien sind schnell erobert. Das gibt einige hundert MPPs :-)
    • Dafür kann man schon mal was in die Forschung investieren. Entscheide mich für Jet Aircraft Research, um die Kampfkraft meiner Luftflotten zu verbessern.
    • Bevor das wirkt, habe ich jedoch bei Luftangriffen in Frankreich herbe Verluste durch fr. und brit. Abfangjäger.
    • Wie damals: die Maginotlinie ignorieren und zügig auf Paris vorstoßen.
    • Verliere durch Mehrfachangriff der fr. Marine und Inf. eine Panzergruppe :-(
    • Italien tritt in den Krieg ein. Bringt aber in Frankreich und Nordafrika historisch korrekt nichts. Das einzig Brauchbare ist die ital. Marine, mit der ich Malta beschieße.
    • Dummerweise kommen die fr. und brit. Navy und massakrieren die ruhmreiche 'mare nostro'-Flotte.
    • Paris und noch ein paar Städte im Hinterland erobert. Frankreich kapituliert. Die französischen Truppen verschwinden von der Karte - außer den Freien Franzosen, die rechtzeitig nach England geflüchtet sind. Vichy-Frankreich erscheint auf der Map. Und dann gibt's noch knapp 1.000 MPPs.
    • Luftüberlegenheit ist alles: kaufe 2 Luftflotten. Außerdem wird die allgemeine Wirtschaftsforschung angeleiert; dadurch gibt es später neue Einheiten billiger.
    • Habe jede Menge dezimierte Inf., die ich nicht mehr brauche. Auffüllen ist zu teuer. Also: entlassen. Das gibt ein paar MPPs zurück, die ich zum Auffüllen der Panzergruppen und Luftflotten benutze.
    • Und nun? Plane jetzt den Angriff auf Schweden wegen der kostbaren Erzminen. Die Alternative 'Jugoslawien' überlasse ich meinen Verbündeten.
    • Und richtig! Schon treten Ungarn und Rumänien der Achse bei. Zusammen mit den Italienern und 2 dt. Panzergruppen besetzen sie blitzartig Jugoslawien. Bringt aber wirtschaftlich nicht so viel.
    • Die R.A.F. und Freien Franzosen bombardieren Rotterdam, wobei mich die Abfangaktionen meiner Luftflotten einiges kosten. Demgegenüber sind die Verluste durch die Bombardierung erträglich.
    • Für den Schweden-Raid muss ich erst mal einige Armeen und Panzergruppen per Eisenbahn nach Kiel schaffen. Das kostet! Die Luftflotten schaffen die Verlegung mit den eigenen Bewegungspunkten.
    • Schippere mit meinen Truppen gen Schweden, wobei mich die bisher untätigen Scharnhorst und Gneisenau unterstützen.
    • Die Schweden sind zäher als erwartet, und das Gelände ist extrem unzugänglich. Aber nach 4 Runden ist es geschafft. Meine Runden-MPPs steigen schlagartig.
    • Investiere fast alles in Jet Aircraft Research und Wirtschaftsforschung. Trotzdem ist an eine Landung in England wegen der übermächtigen Home Fleet und der ebenfalls massiv verstärkten R.A.F. überhaupt nicht zu denken. Wiederum sehr realistisch!
    • Und besser isses! Denn jetzt flattert eine Geheimdienstmeldung herein, nachdem die UdSSR einen Angriff vorbereitet. Also schnell alles, was ich habe, an die Ostfront - unter Verlust von einigen Hundert Transport-MPPs *grein*.
    • Die Russen greifen an! Habe üble Verluste, hole aber zum Gegenschlag aus.
    • Das war's. Hier endet leider das Demo. Hat aber Spaß gemacht und ist von mir in anderen Varianten, auch mit den Aliierten, mehrmals gespielt worden.
  12. Bugs und Patches

    Mir ist nur ein echter Bug aufgefallen. Wenn man sehr schnell auf der Hauptkarte scrollt, werden diese und die Übersichtskarte manchmal schwarz. Das lässt sich aber leicht durch einen Rechtsklick (Hauptkarte) und erneutes Scrollen (Übersicht) beheben.

    Für die Vollversion gibt ein Patch, welche von der Homepage (s.u.) runtergeladen werden kann - und sollte. Da technische Mängel kaum vorliegen, bezieht sich dieses eher auf Equipment-Daten und Spielmechanismen. Beispiel: Ab dem Patch 1.03 geben auch verbündete Luftflotten Luftunterstützung. Gut so!

    Das Patch wird recht schnell aktualisiert, was für die Entwickler spricht.
    Aber Achtung: Raubkopien (aber die hat man doch nicht, oder?) lassen sich mit v1.03 und folgenden nicht mehr spielen!

  13. Bewertung

    Ein wirklich schönes Spiel für Alle, die außer dem taktisch-operativen Panzergeneral 3D auch mal im strategisch-wirtschaftlichen Rahmen daddeln und dabei um virtuelle Monate oder gar Jahre (!) voraus planen wollen.

    Es gibt jede Menge Abhängigkeiten der einzelnen Faktoren, die das Game sehr realistisch machen. Zum Beispiel versteht man gut, warum Hitlers Hauptaugenmerk auf der Eroberung von rohstoffreichen Gebieten lag. Ohne wirtschaftliche Macht geht die militärische schlicht den Bach runter.

    Allerdings halten sich die wirtschaftlichen Faktoren im Rahmen. Man muss also nicht in jedem Spielzug zig Einstellungen vornehmen, was ja doch den Spielspaß beeinträchtigen würde. Für bloße Ballervirtuosen ist 'Strategic Command' allerdings nicht geeignet.

    Analog zu den Raiders-Kampagnen-Bewertungen gebe ich dem Spiel ein glattes 'sehr gut' = 85%.
    Anm.: 100% gibt es bei uns nicht!

  14. Bezugsquelle und Preis

    Die Demo-Version (32 MB) kann bei Battlefront.com runtergeladen werden (lohnt sich!). Damit lässt sich der 'Fall Gelb' (s. 11.) mit beiden Seiten gegen die KI spielen - ohne Abspeichern.
    Beim Spielen am besten den FAQ-Play Guide (im ZIP) daneben legen.

    Die englische Vollversion kann ebenfalls dort online per Kreditkarte bestellt werden
    Sie kostet $25 + $7 für den Versand, insgesamt also $32. Angesichts von purem Spieleschrott, der für 40 oder 50 Euro verkauft wird, ein fairer Preis!

    NEU: Es gibt jetzt eine DEUTSCHE Version, z.B. bei Idealo für 22 Euro + Versandkosten.
    Auch bei Saturn soll es erhältich sein.

          - Rayydar